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geruest.ch – es Projekt vo de cetrac GmbH · Grüscht für d Schwiiz und Liechtestei+49 162 1548667

Siiteschutz am Fassadegrüscht: was BauAV und Suva verlanged

Holmhöchi, Bordbrätt, Lugge, Gitter und Überstand a de Dachkante: d Schwiizer Wärt für de Siiteschutz mit Rächnigsbispiil und hüüfige Fähler.

De Siiteschutz amene Fassadegrüscht mues i de Schwiiz die Wärt iihalte: Oberkante vom Gländerholm mindeschtens 100 cm, Bordbrätt mindeschtens 15 cm höch, kei Lugge grösser als 47 cm, bi Gitter höchschtens 25 cm Maschewiiti, und alli Teil müend gäge unbeabsichtigts Löse gsicheret sii (Art. 22 BauAV). Am oberschte Grüschtgang überragt de Holm di höchscht Absturzkante um mindeschtens 80 cm, bi weniger als 60 cm Abstand zur Kante um 100 cm (Art. 26). D Suva fasst Pflichte, Befestigig und Wandabstand im Factsheet 33024 zäme. De Bitrag erklärt d Wärt mit Rächnigsbispiil und ergänzt eusen Überblick Sicher uf em Grüscht.

Wänn Siiteschutz, wänn Fassadegrüscht

D Bauarbeitenverordnung (BauAV) kännt zwei Schwälle. Siiteschutz bruucht s überall, wo öpper meh als 2 m abegheie chönnt, dezue a Böschige vo meh als 2 m mit ere Neigig über 45° und bi Gwässer (Art. 23). Isch d Absturzhöchi bi Arbete im Hochbau grösser als 3 m, chunnt es Fassadegrüscht dezue (Art. 26).

Es Bispiil: Amene Einfamiliehuus mit 6 m Traufhöchi wärded Fassade und Dachrand saniert. D Absturzhöchi isch über 3 m, also bruucht s es Fassadegrüscht. Uf dem Grüscht überchunnt jede Gang, wo de Belag meh als 2 m über em Bode liit, en vollständige Siiteschutz.

D Wärt nach Art. 22 BauAV

BauteilAaforderig
GländerholmOberkante mindeschtens 100 cm
Zwüscheholmso aagordnet, dass kei Lugge grösser als 47 cm isch
Bordbrättmindeschtens 15 cm höch
Gitter statt HolmMaschewiiti höchschtens 25 cm
Befestigiggäge unbeabsichtigts Löse gsicheret

Rächnigsbispiil: wo de Zwüscheholm lige darf

Zwüsche em Bordbrätt mit 15 cm und em Holm uf 100 cm bliibed 85 cm. Die Höchi mues de Zwüscheholm so teile, dass weder une no obe meh als 47 cm frei bliibed:

  • Une: Zwüscheholm minus 15 cm höchschtens 47 cm, also Zwüscheholm höchschtens uf 62 cm.
  • Obe: 100 cm minus Zwüscheholm höchschtens 47 cm, also Zwüscheholm mindeschtens uf 53 cm.

Uf Achsmass grächnet darf de Zwüscheholm also zwüsche 53 und 62 cm sitze. Rächnet mer d Rohrdicki mit, wird de Spielruum es bitzli grösser; d Berächnig uf Achsmass liit also uf de sichere Siite. En höcher gsetzte Holm isch übrigens nöd automatisch besser: Bi 110 cm Holmhöchi bliibed über em Bordbrätt 95 cm, meh als zwei Lugge vo je 47 cm, also 94 cm, chönd abdecke. Dänn rächned Si mit de lichte Mass nache oder setzed en zwöite Zwüscheholm.

Gitter statt Holm

Wänn Siiteschutzgitter statt Gländer- und Zwüscheholm iigsetzt wärded, dörfed iri Masche höchschtens 25 cm wiit sii. Für Dachdeckerschutzwände gilt aber en strengere Wärt: Det darf e einzelni Öffnig höchschtens 100 cm² gross sii (Art. 59). Es Gitter mit 25 cm Maschewiiti hät Öffnige vo 625 cm² und langet defür nöd.

Gsicheret gäge Löse

Holm, Gitter und Bordbrätter dörfed sich weder dur en Stoss no dur de Wind ushänke. Jedi Sicherig, wo s System vorgseht, wird zuegmacht. Es Gländer, wo sich bim Aalehne lupfe laht, erfüllt d Vorgab nöd. Wie de Siiteschutz befestiget sii mues, zeigt au s Suva-Factsheet 33024 mit Bilder.

Überstand a de Absturzkante: 80 oder 100 cm

Am oberschte Grüschtgang zellt nöd de Belag, sondern di höchscht Kante, über die öpper cha abegheie, zum Bispiil en Attika oder d Traufi. De oberscht Holm mues die Kante um mindeschtens 80 cm überrage. Isch de Siiteschutz weniger wiit als 60 cm vo de Kante ewägg, sind mindeschtens 100 cm verlangt (Art. 26). Für de Spenglergang verlangt d BauAV zuesätzlich mindeschtens 60 cm Abstand vom Siiteschutz zur fertige Traufi (Art. 58).

Rächnigsbispiil Flachdach

D Attika vo me Gwärbbau liit uf 12,30 m. De Siiteschutz staht 40 cm vor de Kante, also weniger als 60 cm: De Holm mues bis mindeschtens 13,30 m ufereiche. Liit de oberscht Gang uf 12,00 m, hört de Holm uf 13,00 m uf, und es fehled 30 cm. Nötig isch dänn e wiiteri Lag oder e Gländerverlängerig, sofern d Aufbau- und Verwendungsanleitung das vorgseht. Stüend s Grüscht 70 cm vor de Kante, würed 80 cm länge; de Holm müesst dänn bis 13,10 m reiche, und au das wär mit 13,00 m knapp verfehlt.

D Innesiite: Wandabstand nach Suva-Factsheet

Abegheie cha mer au zwüsche Belag und Fassade. S Suva-Factsheet 33024 «Seitenschutz an Fassadengerüsten» beschriibt, ab welem Abstand zur Wand au uf de Innesiite en Siiteschutz oder e anderi Massnahm nötig isch. Halted Si sich a de Wärt, wo det staht, und planed Si Konsole oder innere Siiteschutz scho bi de Bstellig ii. Das gilt bsunders bi Balkön, Vorsprüng und Fassade, wo spöter dämmt wärded, will sich de Abstand zwüsche Grüscht und Wand det vo Fäld zu Fäld ändert.

Holzsiiteschutz als Ergänzig

A Deckeränder, Dachkante und im Holzbau wird Siiteschutz oft us Holz gmacht, will kei Systemgländer passt. Holzbau Schweiz zeigt uf em Plakat «Seitenschutz» (100-403), wie mer so en Siiteschutz ufbaut. D Mindeschtwärt vo de BauAV gälted unabhängig vom Material: 100 cm Holmhöchi, 15 cm Bordbrätt, höchschtens 47 cm Lugge. Am Fassadegrüscht sälber wird nach de Aagabe vom Hersteller montiert (Art. 60); Holz ersetzt det de Systemsiiteschutz nur, wo d Aaleitig das zuelaht. Nöd z verwächsle isch das mit tragende Holzstange: Fassadegrüscht us vertikal tragende Holzstange sind verbote (Art. 54).

Waar us Dütschland: uf was Si achte sötted

Grüschtsystem us Dütschland sind nach europäische Norme und de jewilige Aaleitig baut. D BauAV leit für d Schwiiz eigeti Mindeschtwärt fescht. Lueged Si drum i de Aufbau- und Verwendungsanleitung nache, öb Holmhöchi, Bordbrätt, Lugge und Gittermasche d Schwiizer Wärt erreiched, und zwar au a de Stirnsiite. Zuelässig sind nur Teil, wo em Produktesicherheitsgesetz entspräched (Art. 47); verbogeni oder korrodierti Gländer und aagrissni Bordbrätter wärded nöd iibaut (Art. 48). Wie Si bruuchti Teil beurteiled, staht im Ratgäber Occasion-Grüscht beurteile.

So schätzed Si d Mängi ab: Es Grüscht, wo 40 m lang isch, hät mit aagnoh 2,5 m Fäldlängi 16 Fälder. Bi sächs Gäng mit Siiteschutz git das 96 Fälder, wo je en Gländerholm, en Zwüscheholm und es Bordbrätt bruuched. Dezue chömed pro Gang zwei Stirnsiite, also zwölf Stirnsiitegländer, und am oberschte Gang de nötig Überstand. Di passende Grüschtteil liefered mir us eusne Lager bi Ingolstadt und Leipzig.

Siiteschutz wägnäh: nur mit Absprach

Fensterbauer, Spengler oder Fassadebauer wänd oft es Gländer «nur churz» usbaue. D BauAV laht Änderige am Grüscht nur dur de Grüschtersteller zue; chliini Aapassige sind nur mit ere schriftliche oder textlich belegbare Absprach erlaubt (Art. 64). Fälder, wo no nöd freigä sind, wärded mit technische Mittel abgriglet, öppe mit eme Gländer quer zum Gang (Art. 63). Wer Lüüt ufs Grüscht schickt, laht s jede Tag uf Sicht kontrolliere und verzichtet bi Mängel uf d Benützig (Art. 61).

Hüüfigi Fähler

  • De Zwüscheholm fehlt i einzelne Fälder, zum Bispiil nachdem Material ineglade worde isch.
  • Am oberschte Gang reicht de Holm nöd 80 oder 100 cm über d Attika.
  • Stirnsiite bliibed offe, will s Grüscht spöter verlängeret wärde söll.
  • Sicherige sind nöd zue, s Gländer laht sich ushänke.
  • Uf de Innesiite kontrolliert niemer de Wandabstand, nachdem d Dämmig montiert isch.
  • Anderi Gwärb nämed Siiteschutz weg, ohni mit em Grüschtersteller z rede.

Hüüfigi Frage

Wie höch mues es Grüschtgländer i de Schwiiz sii?

D Oberkante vom Gländerholm liit mindeschtens 100 cm höch (Art. 22 BauAV).

Wie höch mues s Bordbrätt sii?

Mindeschtens 15 cm. Zwüsche Bordbrätt, Zwüscheholm und Holm darf kei Lugge grösser als 47 cm sii.

Ab welere Höchi bruucht s es Fassadegrüscht?

Sobald im Hochbau d Absturzhöchi über 3 m liit (Art. 26 BauAV). Siiteschutz isch scho ab meh als 2 m Pflicht (Art. 23).

Wie wiit mues s Grüscht über d Dachkante usegah?

Mindeschtens 80 cm über de höchschte Absturzkante mues de oberscht Holm sii; isch de Abstand zur Kante under 60 cm, sind 100 cm gfordert.

Darf es anders Gwärb de Siiteschutz churz abbaue?

Nei, Änderige macht de Grüschtersteller. Chliini Aapassige sind nur mit schriftlicher oder textlich belegbarer Absprach zuelässig (Art. 64).

Quälle

  • BauAV (Bauarbeitenverordnung), SR 832.311.141 – Bund, Stand 01.01.2024
  • Suva, Factsheet 33024 «Seitenschutz an Fassadengerüsten», 01.09.2022
  • Holzbau Schweiz, Plakat 100-403 «Seitenschutz», 2023