Gerüst aus Deutschland in die Schweiz holen: so funktioniert es
Offerte, Vorauszahlung, Spedition und Einfuhrsteuer – der Weg vom Lager in Bayern auf Ihre Baustelle.
Wer in der Schweiz ein Gerüst kauft, schaut sich oft auch jenseits der Grenze um. Das Angebot an Occasion-Material ist in Deutschland gross, die Preise sind entsprechend interessant. Damit am Ende keine Überraschungen warten, lohnt es sich, den Ablauf einmal durchzudenken.
Erst die Menge, dann die Fracht
Am Anfang steht die Frage, wie viel Material Sie brauchen. Ein fertiges Paket mit Stückliste nimmt Ihnen die Rechnerei ab; für eigene Masse gibt es den Gerüstrechner. Mit der Menge steht auch das Gewicht fest – und das bestimmt die Fracht. Ein Einfamilienhaus braucht schnell mehrere Tonnen Material, bei einem Lager für einen Malerbetrieb sind es rasch ein oder zwei volle Lastwagen.
Die Rolle der Spedition
Die Spedition ist beim Import mehr als ein Transporteur. Sie meldet die Ware beim Schweizer Zoll an, legt die Einfuhrsteuer aus und verrechnet sie Ihnen anschliessend zusammen mit einer Abfertigungsgebühr. Für Sie heisst das: Sie müssen nicht selbst an die Grenze und keine Formulare ausfüllen. Wichtig ist nur, dass die Rechnungsadresse und Ihre allfällige Mehrwertsteuernummer korrekt angegeben sind.
Welche Abgaben anfallen
Seit Anfang 2024 verlangt die Schweiz auf Industriegüter keine Zölle mehr. Für Gerüstmaterial bleibt deshalb vor allem die Einfuhrsteuer – das ist die Schweizer Mehrwertsteuer, berechnet auf den Warenwert plus Transport bis zur Grenze. Betriebe, die selbst mehrwertsteuerpflichtig sind, können sie in der Regel als Vorsteuer zurückholen. Für Private ist sie ein echter Kostenpunkt und gehört in die Kalkulation.
Im Gegenzug entfällt die deutsche Mehrwertsteuer: Wird das Material nachweislich ausgeführt, stellen wir in der Regel netto in Rechnung. So wird die Ware nicht doppelt besteuert.
Bezahlen vor dem Verladen
Bei CETRAC wird grundsätzlich im Voraus bezahlt. Sie erhalten eine Auftragsbestätigung mit allen Positionen, unterschreiben sie und überweisen den Betrag in Euro. Erst dann wird verladen. Den Frachtpreis kennen Sie zu diesem Zeitpunkt bereits.
Typische Stolpersteine
- Zufahrt: Ein Sattelzug passt nicht in jedes Dorfzentrum. Klären Sie vorab, ob ein kleineres Fahrzeug oder ein Lastwagen mit Kran nötig ist.
- Abladen: Paletten mit Rahmen wiegen schnell über eine Tonne. Ohne Stapler oder Kran wird das Abladen mühsam.
- Fahrverbote: In der Schweiz gelten für schwere Lastwagen Nacht- und Sonntagsfahrverbote. Die Spedition plant das ein, Ihr Liefertermin sollte etwas Spielraum haben.
Fazit
Der Import eines Gerüsts ist kein Hexenwerk. Wer Menge, Zufahrt und Abgaben früh klärt, bekommt sein Material planbar und zu einem fairen Gesamtpreis. Bei Fragen hilft Ihnen Moritz Kaposztas weiter.